Sonntag, 28. September 2008

Einsamkeit und Alkoholersatz

Ich weiß nicht so recht, ob es die zermürbende Einsamkeit oder mein Job ist. Allem Anschein nach wirke ich ich reichlich ausgelaugt. Sonntags nachmittags ist hier kein Mensch auf den Straßen. Und die Patchworkfahnen hängen nun auch nicht mehr, sodass nun auch die Touristen ausbleiben. Ich sitze bei einem Glas Orangina und der Billig-Pastete von Ed an meinem Schreibtisch und lese Joachim Fests "Begegnungen," an denen ich jetzt schon ewig lese. Für meine übliche französische Lektüre von Nothomb's "Robert des noms propres" fehlt mir im Moment die Motivation.
Um meine tragische Situation noch zu untermauern, läuft bei mir momentan das Album "Gee Whiz But This Is A Lonesome Town" der amerikanisch-französischen Indie Band Moriarty, die mir von Kollegen ans Herz gelegt wurde.


Laptop, Orangina, Fest, Skizzenblogg, diverse Stifte und Munharmonika

Sonntag, 21. September 2008

Internationales Gemischmasch in Ste Marie

Am Donnerstag den 21. bin ich aufgewacht und der erste Satz, den ich gedacht habe, war auf Französisch. Ich erinnere mich dummerweise nicht mehr daran, wie er gelautet hat. Nur, dass er grammatikalisch völlig falsch war, weiß ich noch sicher.
Diese Szene, die mich unmittelbar danach zum Lachen brachte und die ich gerne auch noch drei Tage danach erzähle, beschreibt meinen momentanen Zustand eigentlich perfekt. Nach einem Monat in Ste Marie habe ich das kleine Kaff in mein Herz und wohl auch in die hintersten Ecken meiner Synapsen geschlossen.

Abgesehen von meinem persönlichen Wohlbefinden gibt es wenig zu berichten, außer vielleicht, dass der Patchworkmarkt jetzt im vollen Gange ist und man hier jetzt mal öfters den ein oder anderen Ausländer hört.
Diesen Samstag, als ich in einer Schlange stand, hörte ich, wie eine englische Touristin die Frau hinter mir mit englischen Vokabeln und wilden Gesten zu überzeugen versuchte, sie vorzulassen. Nach dem was ich mitbekommen habe, sprach sie irgendwas von einem "Bus" und "dringend." Die Französin brachte dann schließlich die Touristen mit einem nüchternen "Non, je suis desolée" dazu, alles Gekaufte auf die naheliegende Kasse zu legen und mit eiligen Schritten den Supermarkt ( "ED" - ich bedanke mich an dieser Stelle bei meiner Hauptnahrungsquelle ) zu verlassen.


Besonders in Augenschein zu nehmen sind die Fähnchen der Patchworkausstellung.

Samstag, 13. September 2008

Tour de Ste-Marie-aux-Mines

Nun ist es wieder soweit, dass ich am Wochende Zeit für einen weiteren Blogeintrag finde. Diesmal liegt es weniger daran, dass ich keine Alternative finde, sondern das mich ein kontinuierlicher Niederschlag dazu bringt meine Wohnung heute nur für einen kurzen Einkauf zu verlassen.
( Abgesehen von "Kinder Maxi Lait/Cacao" der französischen Version von Kinderschokolade habe ich mir heute meine erste DNA - "Dernière Nouvelles d'Alsace" gekauft )

Der Inhalt dieses Eintrags soll eine Sammlung von Karten sein, von denen ich glaube, dass sie ein besseres Bild von Ste Marie geben könnte.



Hier ist Ste Marie aux Mines. Man muss ein wenig suchen, aber mit Hilfe einer Lupe und dem roten Kreis als Markierung sollte man feststellen, dass es irgendwo in der Nähe von Colmar liegt.

Zoomt man ein wenig heran sieht man folgendes Bild:




Das ganze ist auf http://gites68.chez-alice.fr/Photos_agrandies/g_plan_acces.jpg ein wenig größer zu sehen. Für alle, die es interessiert: Ich habe noch eine Karte gefunden, auf der die Gesteinsmesse eingezeichnet ist. >> www.minerapole.com/pix/smam.jpg

Und weil ich davon ausgehe, dass keine Karte der Welt eine Einrichtung für Behinderte und meine Wohnung anzeigt, habe ich diese Standorte noch mit eingezeichnet.



Mit rot habe ich meinen Wohnort markiert. Der blaue Kreis soll meinen Arbeitsplatz anzeigen.

Freitag, 5. September 2008

Über Ste Marie Aux Mines im Allgemeinen

Besonders unterhaltsam ist es, zu versuchen, Sainte Marie Aux Mines zu definieren, indem man darlegt für was es bekannt ist: Patchwork und Gesteine.
Der Ort, der im deutschen Atlas Markirch getauft ist, um ein weiteres Mal das lustige hin- und herschieben des Elsass zu unterstreichen, feiert tatsächlich eine Art Gesteinsmesse. Und um sich die Zeit dazwischen zu versüßen nähen sie fleisig Stoff aneinander. Ein hoch auf das Patchwork.

Auf der Suche nach einer passenden Darstellung bin ich auf dieses Youtube-Video gestoßen, dass meiner Meinung nach den Ort ganz hervorrangend beschreibt.
Ganz besonders der Einsatz von Musik in Verbindung mit den strahlenden Gesichtern hebt hervor für was ein Einwohner von Ste Marie lebt .... Für Steine.





Davon abgesehen finde ich eine Bevölkerungsdichte von 129 Einwohner pro Killometer bereits sehr aussagekräftig.
Mathematisch gesehen bedeutet das für mich, dass ich allein 1.000.000 m² durch129 d.h ca. 7751 m² Freilauffläche in Sainte Marie Aux Mines habe. Das erklärt zumindest warum das Institut Tournesols, für das ich arbeite, bereitwillig eine Wohnung für mich bereitgestellt hat, in der vermutlich 5 Leute Platz hätten.

Mein Fazit: Sainte Marie Aux Mines ist die winzige Stadt, von der diejenigen träumen, die Spaß daran haben 5 Minuten auf der Hauptstraße zu stehen und sich zu fragen, ob sie sich verlaufen haben. Wer hier elsässischen Charm sucht wird ihn definitiv finden, sofern er das Elsass nicht mit Straßburg verwechselt.